Streichinstrumente

Die wesentlichen Elemente eines Streichinstrumentes sind die Saiten und der Resonanzkörper. Sie unterscheiden sich von den Zupfinstrumenten dadurch, dass die Saiten vornehmlich durch einen Streichbogen gestrichen werden. Gelegentlich kommen hier auch andere Streichmittel wie Stäbe oder Bambusstreifen zum Einsatz. Es  steht der Bezeichnung als Streichinstrument nicht entgegen, dass viele dieser Instrumente gelegentlich auch gezupft werden.

Alle Streichinstrumente des Orchesters haben einen gemeinsamen Ursprung

Die heute im Westen am meisten verwendeten Streichinstrumente gehen alle auf die mittelalterliche Fidel und das orientalische Rebec zurück. Beide Instrumente lassen sich ab dem 11. Jahrhundert in Europa nachweisen. Alle Streichinstrumente des Orchesters, Violinen, Bratschen, Violoncelli und Kontrabässe haben sich aus diesen Ursprüngen entwickelt. Daraus ergibt sich auch, dass alle diese Streichinstrumente sehr ähnlich aufgebaut sind. Für den Resonanzkörper wird auf Grund ihrer hohen Elastizität Fichte für die Decke verwendet, und Ahorn für den Boden und die Zargen. Das Formen der Zargen durch spezielle Biegeeisen erfordert jahrelange Erfahrung im Umgang mit dem Material, Hitze, Dampf und Druck. Ebenso verhält es sich bei der Materialwahl und Bearbeitung der Decke und des Bodens. Nur wirkliche Meister sind in der Lage, hochwertige Instrumente herzustellen. Geigenbauer sind bis heute stolz darauf, dass sie ihr Handwerk seit Jahrhunderten fast unverändert ausführen. Das Griffbrett ist immer sehr massiv und bei hochwertigen Instrumenten aus Ebenholz gefertigt. Der Steg, der den Saitenabstand hält, besteht aus Ahorn, und ganz oben befinden sich Wirbelkasten und Wirbel um die Saiten zu stimmen sowie die Schnecke, der dem Geigenbauer Gelegenheit gibt, dem Instrument eine persönliche Note zu geben. Die Saiten eines Streichinstruments bestehen heute seltener aus Naturdarm. Das ergibt sich aus der Empfindlichkeit des Materials. Häufiger werden Stahl- oder Kunststoffsaiten verwendet. Unverkennbar ist auch die sogenannten F-Löcher an der Decke. Diese geben der Decke eine höhere Schwingungsfähigkeit und verstärken den Schall. Die Herstellung eines solchen Instrumentes dauert gut drei Monate und darüber hinaus. So ist es nicht verwunderlich, dass hier mehrere Tausend Euros anzulegen sind. Der Bogen ist ein mit Pferdehaaren bespannter Stab aus Hartholz. Er ist zwischen 68,5 cm bis 75 cm lang und ist an die einzelnen Instrumente angepasst.

Mittelalterliche Varianten der Streichinstrumente

Neben den erwähnten Instrumenten gibt es noch eine Anzahl weniger gebräuchlicher Streichinstrumente. Von Mittelaltermärkten dürfte die Drehleier noch das Bekannteste unter ihnen sein. Hier ist im Resonanzkörper ein Rad untergebracht, das von außen gedreht wird und so die Saiten streicht. Auch die Nyckelharpa und der Trumscheit strahlen in Aussehen und Klang einen eher mittelalterlichen Charme aus.