E-Gitarre

Die E-Gitarre brachte eine Revolution in der Musik

Eine E-Gitarre in den Händen eines Könners plärrt, krächzt und fetzt den Sound in mitreißendem Tempo durch Verstärkerboxen, so dass Beine, Oberkörper und Kopf des Musikers wie der Zuhörer unversehens anfangen, den Rhythmus nach zu empfinden. Gewiss hatten die Entwickler von Gibson, Nashville/Tennessee, seit Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts im Hinterkopf, dass hier ein ungezähmt dominant wirkendes Instrument entstehen wird, aber, dass die E-Gitarre spätestens ab den 50ern die Musikwelt revolutionieren würde, hätten sie sich sicher nicht vorstellen können. Schon gar nicht, dass dieses Instrument zur Identifikation einer neuen rebellisch freiheitsliebenden Generation werden würde. Neben Gibson hat sich vor allem die Firma Fender unauslöschlich einen Platz in der Geschichte der E-Gitarren erobert. Insgesamt drei, Anfang der 50er des 20. Jahrhunderts entwickelte Instrumente bestimmen bis heute den Markt. Dabei handelt es sich, chronologisch geordnet, um die Fender Telecaster (ab 1950), die, auch „Paula“ genannte, Gibson Les Paul (ab 1952) bzw. das Nachfolgemodell Gibson SG und die erfolgreichste E-Gitarre aller Zeiten, die Fender Stratocaster (ab 1954). Während der Erstplatzierte in der 100 Greatest Guitarists des Rolling Stones Magazine, Jimi Hendrix, die Fender bevorzugte, ist schon der Zweite in dieser Liste Duane Allman für sein Spiel auf der Gibson bekannt. Andere Gitarristen, wie Eric Clapton oder Frank Zappa wechselten zwischen oder nutzten beide Hersteller.

Eine E-Gitarre von Fender oder Gibson – alles eine Frage der Vorliebe

Im Gegensatz zur akustischen Gitarre, kommt die E-Gitarre ohne Resonanzkörper aus. Der Korpus wird daher aus einem Stück Vollholz (Mahagoni bei Gibson, Erle oder Esche bei Fender) hergestellt. Selten kommen auch andere Materialien zum Einsatz. Der Hals und das Griffbrett werden bei Gibson aus Mahagoni und Palisander gefertigt, bei Fender aus Ahorn oder Palisander. Als Tonabnehmer, der die Schwingungen der Stahlseiten zur elektronischen Verstärkung überträgt, dient bei Gibson ein Humbucker Modell, Fender verwendet zwei bzw. drei Single-Coil-Pickups. Daneben existieren verschieden Modelle, die sich die Tatsache zu Nutze machen, dass auf einen Resonanzkörper verzichtet werden kann, und so in den ausgefallensten Formen (z.B. Gibson Flying V) daher kommen. Diese Instrumente fanden ab der Zeit des Glam Rock, Hard Rocks und Heavy Metals größere Beachtung beispielweise durch T. Rex, Kiss oder Metallica.

Eine einfache E-Gitarren ist schon recht günstig

Nachbauten der Gibson oder Fender sowie Instrumente anderer Bauart sind schon für unter 200 € erhältlich. Diese E-Gitarren sind durchaus spielbar und bringen zum Lernen oder für den Hobbygebrauch akzeptablen Sound. Eine Standard Stratocaster ist für um die 400 € zu haben. Eine kostengünstige Les Paul lässt sich Gibson mit ab 700 € bezahlen. Spitzenmodelle, wie beispielsweise die Signature-Reihen beider Hersteller, in die die Vorlieben virtuoser Gitarristen eingegangen sind, kosten schon deutlich über 1.000 €.